User Testing

Produkte und Systeme  gemeinsam mit Nutzer:innen optimieren 

User Testing: 3 Beispielprojekte

Im Rahmen meiner Tätigkeiten im UX-Bereich habe ich mehrere User Tests im Team konzipiert, durchgeführt und ausgewertet. Ziel dieser Projekte war es, direktes Nutzerfeedback einzuholen, um Usability-Barrieren im Nutzungserlebnis sichtbar zu machen und datenbasiert Verbesserungsvorschläge zu entwickeln. Dabei setzten wir verschiedene Formen von iterativem User Testing ein – von Concept und Usability Testing in frühen Phasen anhand von Wireframes bis hin zu A/B Testing in späteren Designphasen. Ziel war es, fortlaufend Erkenntnisse in den Entwicklungsprozess zurückzuführen und so die Usability und die Nutzerfreundlichkeit schrittweise zu optimieren.

Dauer: jeweils etwa 2 Wochen, iterativ
Eingesetzte Methoden: Interviews, Usability Testing, Eyetracking, A/B Testing
Tools: Figma, Miro, Adobe XD, Maze

 Projekt A: Checkout-Prozess eines Online-Shops (Fashion Retail) 

 

 In einem studentischen Projekt untersuchten wir den Checkout-Prozess einer großen Shopping-Website, um Pain Points bei der Kaufabwicklung zu identifizieren. Der Fokus lag auf der Zielgruppe Senior:innen (65+), um die Zugänglichkeit und Nutzerfreundlichkeit für diese Gruppe zu bewerten. 

Projektablauf

Für die Evaluation setzten wir den Fokus auf den Checkout-Prozess. In der vorangehenden Recherche und Durchsicht der Website identifizierten wir hierbei mehrere Probleme, die die Kaufabwicklung erschweren könnten. Auf Basis dieser Erkenntnisse entwickelten wir verständliche und barrierefreie Testaufgaben, speziell angepasst auf die Zielgruppe der Senior:innen.  Während der Interviews achteten wir besonders auf eine sensible Gesprächsführung und darauf, keinen Druck auf die Teilnehmenden auszuüben. 
 

Team:  Gemeinsam mit vier Mitstudent:innen entwickelten wir das Testdesign und führten insgesamt 20 leitfadenorientierte Interviews durch. 

Meine Rolle:  Ich war verantwortlich für die Integration der Accessibility-Guidelines in die Testaufgaben, die seit Sommer 2025 gelten und für Senior:innen besonders relevant sind. Als Anteil an den Testings führte ich fünf Interviews selbstständig durch, wertete diese aus und präsentierte die Ergebnisse anschließend dem Team für die gemeinsame Analyse. 

Zentrale Findings

 

  • Senior:innen hatten Schwierigkeiten mit kleinen Schriftgrößen und geringer Farbkontrastierung
  • Formulare wurden als komplex und unübersichtlich empfunden
  • Löschung von Artikeln und Anpassungen im Warenkorb erzeugte einige Fehler
  • Abwicklung und Informationen nach dem Kauf zu oberflächlich, was das Vertrauen beeinträchtigte

Empfehlungen


  • Verbesserungen entsprechend der Accessibility Guidelines (Lesbarkeit, Kontraste, Verständlichkeit, etc.)
  • Vereinfachung der Formulare und Vermeidung von Redundanzen
  • Deutliche Fehlerhinweise mit Korrekturvorschlägen
  • Visuell priorisierte Buttons für zentrale Aktionen

 Projekt B: Eyetracking-Testing für augengesteuerte Kommunikation 

Bei meiner Tätigkeit in einem Softwareunternehmen arbeitete ich an einer Lösung mit, die Menschen mit motorischen Einschränkungen die Kommunikation über Augensteuerung ermöglicht. Ziel war es, die Nutzerfreundlichkeit der Tastatur und neuer Funktionen kontinuierlich zu evaluieren und zu optimieren.

Projektablauf

Durch regelmäßiges, iteratives User Testing wurden neue Implementierungen der Tastatur sowie Zusatzfunktionen wie Wortvervollständigung und adaptive Darstellung getestet. Dabei wurden gezielt UI-Elemente, Interaktionslogik und Bedienbarkeit überprüft, um den tatsächlichen Merwert für die Nutzenden zu prüfen und das System schrittweise für sie zu verbessern.
 

Team: Das agile Team bestand aus zwei Entwicklern und zwei Designer:innen. Wir achteten auf einen engen Austausch miteinander um sowohl zugängliche, als auch technisch gut umsetzbare Konzepte zu entwickeln.

Meine Rolle: Mein Schwerpunkt lag auf dem User Testing neuer Funktionen und UI-Entwürfe der Tastatur sowie die Abstimmung mit den Entwicklern.

Zentrale Findings

 

  • Teilweise langsame und nicht flüssige Eingabe
  • Optimierung des UI (Tastatur, einzelne Tasten, Eingabefeld) 
  • Alternative Eingabemethoden für intuitivere Nutzbarkeit

Iterative Optimierungen


  • Erhöhung der Eingabegeschwindigkeit durch besseres Layout und effizientere Interaktionen 
  • Optimierung der Wortvervollständigung für flüssigere Kommunikation 
  • Anpassung des Tastatur-Layouts an die Bedürfnisse der Nutzer:innen

 Projekt C: E-Learning-Plattform für technische Fachkompetenzen

 

Im Zuge eines studentischen UX-Projekts war ich an der nutzerzentrierten Evaluation der digitalen Lernplattform eines international tätigen Industrieunternehmens im Bereich Automatisierungs- und Steuerungstechnik beteiligt. Ziel war es, die Nutzungserfahrung unterschiedlicher Zielgruppen zu untersuchen und Optimierungspotenziale entlang der Lern- und Lehrprozesse zu identifizieren.

Projektablauf

In fünf Projektteams wurde die Lernplattform aus verschiedenen Perspektiven evaluiert: aus Sicht der Lernenden (Auszubildende, Studierende) über Lehrende (Ausbilder:innen, Teamleiter:innen) bis hin zu organisatorischen Stakeholdern. Nach einer umfassenden Nutzeranalyse wurden ein Aufgaben- und Testsetting entwickelt, Interviews durchgeführt, die Ergebnisse ausgewertet und anschließend aufbereitet und dem Auftraggeber präsentiert. 
 

Team: Ich war Teil des Teams Evaluation aus Sicht der Lehrenden. In diesem Rahmen führten wir fünf leitfadengestützte Interviews durch. Das Testsetting umfasste die Bearbeitung und Anpassung eines Lernmoduls durch die Lehrenden, um die Nutzerfreundlichkeit und Funktionalität der Plattform aus ihrer praktischen Anwendungsperspektive zu evaluieren. 

Meine Rolle: Mein Fokus lag auf der Konzeption der Test-Aufgaben. Außerdem habe ich natürlich bei der Datenauswertung sowie Aufbereitung und Dokumentation der Ergebnisse mitgearbeitet.

Zentrale Findings

 

  •  Verständnisprobleme hinsichtlich der Systemlogik beim Aufbau von Lernmodulen und -elementen 
  • UI-Probleme bei der Anpassung von Inhalten innerhalb eines Moduls (z. B. Bilder oder Lösungen)
  • Probleme bei der Monitoring-Funktion zur Nachverfolgung des Lernfortschritts

Empfehlungen


  • Behebung technischer Bugs und Optimierung nicht intuitiver Bedienelemente 
  • Anpassung der Systemsprache an die Fachterminologie der Nutzer:innen 
  • Verbesserung der Seitenhierarchie und des funktionalen Zusammenspiels einzelner Bereiche
  • Erweiterung von Mechanismen zur Fehlervermeidung und -korrektur 

Mein Fazit 

Durch den Einsatz verschiedener User-Testing-Formate konnte ich praxisnah lernen, wie iterative Tests die Produktentwicklung effektiv unterstützen. Nur durch den Abgleich der Systeme mit den direkten Nutzer:innen kann das Design zielgerichtet und wirkungsvoll ausgearbeitet werden. Auch der Vergleich zwischen unterschiedlichen Zielgruppen und Nutzungskontexten zeigt, wie wichtig kontinuierliches Testing für barrierefreies Design, die insgesamt intuitive Nutzung und eine positive UX ist.

Das war's noch nicht

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