Heuristische Evaluation: 2 Projekte
Im Rahmen meiner Tätigkeiten im UX-Bereich habe ich mehrere heuristische Evaluationen nach Nielsen durchgeführt. Ziel war es jeweils, Usability-Probleme systematisch zu identifizieren und daraus konkrete Handlungsempfehlungen zur Verbesserung der User Experience abzuleiten.
Dauer: jeweils etwa 2 Wochen
Eingesetzte Methoden: Heuristiken nach Nielsen, Severity Rating
Tools: Miro, Excel, Powerpoint
Projekt A: Online-Tool für Fahrzeugbuchungen
Im Rahmen meiner Tätigkeit für ein Kompetenzzentrum für menschzentrierte Digitalisierung führte ich eine heuristische Evaluation eines webbasierten Buchungstools für Mietfahrzeuge durch. Ziel war es, die Nutzerfreundlichkeit bei der Suche und Auswahl von Mietwagen zu überprüfen und Optimierungspotenziale zu identifizieren.
Projektablauf
Nach Abstimmung mit dem Auftraggeber wurde das Buchungstool gesichtet und die Aufgabenbereiche für die Expertenevaluation festgelegt, beispielsweise Suche, Auswahl und Buchung von Mietwagen. Einzelne Beobachtungen und Erkenntnisse wurden in einer QA-Datenbank zusammengetragen und zunächst kategorisiert. Anschließend bewerteten wir die Issues gemeinsam im Team anhand eines Severity Ratings und ordneten sie den relevanten Nielsen-Heuristiken zu, um systematisch Schwachstellen und konkrete Verbesserungspotenziale zu identifizieren.
Team: Gemeinsam mit zwei Kolleginnen analysierten wir das Tools in verschiedenen Browserumgebungen und mit verschiedenen Testszenarien die wir gemeinsam entwickelten.
Meine Rolle: Ich arbeitete an meinem Teil der Evaluation des Buchungstools und dokumentiere meine Ergebnisse. Diese präsentierte ich dann dem Team. Danach arbeitete ich an der Aufbereitung und Dokumentation der Erkenntnisse sowie Formulierung konkreter Handlungsempfehlungen.
Zentrale Findings
- Unklares oder fehlendes Feedback an Nutzer:innen
- Mangelnde Fehlerprävention und -korrektur
- Aufbau und Terminologie entsprechen nicht der mentalen Modellwelt der Nutzer:innen
- Mangelnde Orientierungshilfen für unerfahrene Nutzer:innen
- Teilweise überladene Informationsdarstellung
Empfehlungen
- Eindeutigere Statusanzeigen und Feedback-Meldungen implementieren
- Erweiterte Fehlermeldungen mit klarer Handlungsanweisung
- Konsistente und zielgruppenorientierte Sprache verwenden
- Verbesserung der Seitenhierarchie zur klareren Orientierung
- Konsistente und klare Navigation zwischen Buchungsschritten
- Einführung von Hilfstexten oder Tooltips für komplexe Eingaben
- Reduktion visueller Überladung Fokus auf wichtige Informationen
Projekt B: Informations-Website eines Partnerzentrums
Im Auftrag eines Partner-Digitalzentrums prüften wir deren Informations-Website auf Barrieren und Usability-Probleme. Dabei arbeiteten wir daran, seitenübergreifende Inkonsistenzen zu identifizieren und insbesondere die Terminbuchung auf ihre Nutzerfreundlichkeit hin zu testen.
Projektablauf
Die einzelnen Seiten und Funktionalitäten wurden systematisch mithilfe der Heuristiken von Nielsen überprüft. Die Ergebnisse wurden dann strukturiert dokumentiert und in einem gemeinsamen Bericht zusammengeführt, der anschließend dem Partner-Digitalzentrum übergeben wurde.
Team: In Zusammenarbeit mit einer Kollegin teilten wir die Bereiche der Website für die Evaluation auf.
Meine Rolle: Ich arbeitete an der Analyse der Navigationsstruktur und der Informationsarchitektur der Seiten sowie an einzelnen Interaktionselementen. Ich verfasste die anschließende Dokumentation der Findings und erarbeitete Verbesserungsvorschläge für die Website.
Zentrale Findings
- Ticketbuchung hat eine inkonsistente Funktionalität und Semantik
- Lange Textblöcke und mangelnde visuelle Hierarchie erschweren zielgerichtetes Finden von Information
- Fehlende Orientierungshilfen beim Seitenwechsel
Empfehlungen
- Eine vereinheitlichte Darstellung und Funktionalität der Tickets
- Optimierte Navigationsstruktur und klare Labels
- Einsatz von Zwischenüberschriften, Icons und klaren CTAs für die intutive Nutzung der Website
- Verbesserte Linkbetitelung und zusätzliche Orientierungselemente
Mein Fazit
Beide Projekte zeigten, dass bereits kleine Anpassungen in Navigation, Sprache und Feedback-Mechanismen die Nutzerfreundlichkeit deutlich erhöhen können. Durch die systematische Anwendung der Nielsen-Heuristiken ließen sich die zentralen Schwachstellen gezielt identifizieren und priorisieren. Die Heuristiken geben zudem gute Leitlinien für Verbesserungsvorschläge für das User Interface.